Hintergrund
Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal in Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Sie erinnern an die Menschen, die während der zwölfjährigen Terrorherrschaft verfolgt, vertrieben, in den Suizid getrieben oder getötet wurden. Der Künstler Gunter Demnig begann in den 1990er Jahren mit quadratischen Messingtafeln an die individuellen Schicksale hinter den unvorstellbaren Gräueltaten zu erinnern. Mittlerweile wurden europaweit über 100.000 Steine am letzten frei gewählten Wohnort der jeweiligen Person verlegt, davon circa 90.000 in Deutschland. Stolpersteine enthalten in der Regel Angaben über den Namen der/des Verfolgten, das Geburts- und Todesdatum sowie den Todesort und – wenn bekannt – knappe Angaben zur Todesursache. Weitere Informationen zu den Opfern erhalten Menschen – wenn überhaupt – erst durch eine eigenständige, mitunter mühsame Recherche.
Der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein hat deshalb Ende 2023 die App „Stolpersteine SH“ veröffentlicht. Sie wurde technisch vom IT-Dienstleister Dataport AöR realisiert. Die App wurde zunächst nur für Schleswig-Holstein konzipiert. Anfang 2025 wurde die App aufgrund bundesweiten Interesses umbenannt in „Stolpersteine Digital“. In Kooperation mit den Landeszentralen für politische Bildung Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurden erste Modellregionen dieser Bundesländer eingebunden.
Seit Dezember 2025 wird die App „Stolpersteine Digital“ durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

